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Auswärtsfluch besiegt!

Titans auswärts. Das ist seit guten anderthalb Jahren ein ganz heißer Tipp für masochistisch veranlagte Elberiesen-Anhänger. Seit dem 9. April 2016, der gewonnenen Playoff-Partie bei der BG Karlsruhe, gelang in fremder Halle kein Sieg mehr. Und das trotz der immer reisefreudigeren Anhängerschaft. Mit der neuen Saison wurde es also auch Zeit diesen Bock endlich umzustoßen!

Folgerichtig machte sich ein gut motivierter Haufen auf den knapp 500 Kilometer langen Trip in die bayrische Landeshauptstadt. Mit freundlicher Unterstützung der Titans sorgte ein eigener Forza-Blue-Neuner für schnelles und sicheres Vorankommen. Während der Anreise prallten die verschiedenen Kulturen aufeinander. Und so beäugten sich Joggerfraktion (mit Dosenbier) und die „Abteilung Spielerfrauen“ (samt Piccolöchen) zunächst misstrauisch, um sich dann in der gemeinsamen Vorfreude auf einen titanenstarken Sonntag schnell zu verbünden.

 

Hilfe, die Dresdner kommen!

 

Für zwiegespaltene Reaktionen sorgte ein zwischenzeitlicher Anruf der Gastgeber. Um die nötigen Sicherheitsvorkehrungen für das Spiel abzuklären – schließlich sei ja auch ein Auswärtsspiel der schwarz-gelben Kollegen von Dynamo in relativer Nähe – wollte man vorab das zu erwartende Dresdner Fanaufkommen samt Ausstattung eruieren. Ein schneller Vorschlag vier rappelvolle Reisebusse mit stämmigen Herrschaften in Tarnkleidung anzumelden fand keine Mehrheit. 

So konnte man der jungen Dame schnell erklären, dass für die anreisenden Titans-Fans keine Hundertschaft der Bundespolizei angefordert werden musste. Amüsiert und ein wenig schockiert ob des Rufs der sächsischen Landeshauptstadt in der Fremde fuhren wir unserem Ziel entgegen.

 

Zwischen Pfui und Hui liegt manchmal nur eine Wand

 

In München angekommen wurde die ruhmreiche Spielstätte zunächst von außen unter die Lupe genommen. Die Rudi-Sedlmayer-Halle, ihres Zeichens ursprünglich für die olympischen Sommerspiele 1972 gebaut, verdient das liebe-volle Label „Oldschool“. Architektonisch erinnerte die Kuppelhalle einfach sehr an die wenig ansehnliche Betonwüstenarchitektur der 1970er Jahre. Ein Facelifting würde jedenfalls nicht schaden.

Kehrtwende dagegen im Innenraum. 6.700 Zuschauer finden auf den modernen Sitzplätzen und einem Stahlrohr-Stehblock Platz. Zum Spiel der zweiten Mannschaft in der Pro B war dies natürlich völlig überdimensioniert, was dem gemeinen Zuschauer aber kurzerhand die Möglichkeit bescherte, sich im extra ergonomischen VIP-Sessel niederzulassen. Für die geübten Dresdner Stehblock-Gänger natürlich nur vor Spielbeginn von Bedeutung und mangels Zaun sogar eher hinderlich, da somit beim Thema Beflaggung Kompromisse gemacht werden mussten.

Der Fanklassiker – auch beim FC Bayern

 

Insgesamt versammelten sich laut offiziellen Angaben 320 Zuschauer im doch recht steilen Rund der Halle. Stimmungstechnisch konkurrierte man in erster Linie mit „Bolle“ dem vielleicht bekanntesten Trommler Deutschlands und seinem Schlaginstrument sowie mit einer Abordnung der Bavaria Nation. Letztere unterrichteten uns im kurzen Schnack vor dem Spiel über den klassischen Konflikt Trommeln vs. Singen. Auch beim FCBB ist dieser ungelöst. Beeindruckt zeigten wir uns von dem Fakt, dass auf Seiten der Roten bis hinab zur vierten Mannschaft regelmäßig neben dem Spielfeld supportet wird.

Die Bavaria Nation beließ es dann bei einigen wenigen Gesangseinlagen. Der Rest der Halle – bestehend aus leidlich motivierten Spielerfamilien und Jugendspielern – wollte erst Recht nicht zur aktiven Unterstützung der Hausherren beitragen. Somit ging der Tribünensieg klar nach Dresden.

Ein Fan-El-Dorado in der hintersten Ecke

 

Der eigentliche Gästeblock der Sedlmayer-Halle bot ein wahres Highlight für interessierte Fanaugen. Ein besonders gewitzter Dresdner mogelte sich zu Fotozwecken kurzerhand am Sicherheitspersonal vorbei und landete in einem Aufkleber-El-Dorado. Von Bamberg bis Berlin, von Madrid über Athen nach Istanbul. Alles war dabei und beglückte das Fanherz.

Nach ausführlicher Siegesfeier vor Ort brach der Tross gegen 19:30 Uhr zur Rücktour auf und begoss das Erfolgserlebnis im Transportmittel der Wahl fleißig weiter. Gegen ein Uhr morgens grüßte man das Kopfkissen und träumte noch ein wenig von der blau-weißen Erfolgstour. Mit gebrochenem Bann darf es jetzt auswärts gerne eine Serie der anderen Art geben!

FC Bayern Basketball II – Dresden Titans
(75:77)
2. Spieltag, 2. Bundesliga Pro B
Zuschauer: 320
Gäste: ca. 30 Dresdner

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