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Tief im Westen

Seit Jahren ist es die gleiche Leier. Dresden Titans auswärts. Das bedeutet zumeist 1.000 Kilometer Asphalt für 40 Minuten Basketball, nach denen man schlussendlich mit großer Wahrscheinlichkeit als Verlierer dasteht. Warum sich die neuerliche Fahrt in den Pott trotz Schema F diesmal lohnte? Lest es im Fanbericht.


Es muss Liebe sein


Nach dem Spiel ist bekanntlich vor dem Spiel. Getreu dieses Mottos fanden sich in der Euphorie des Heimsieges gegen Iserlohn spontan ein paar Interessenten für die anstehende Partie in Bochum zusammen. Nach kurzer Reiseplanung startete bei herrlichem Herbstwetter schließlich ein Herren-Trio in die nächste Quer-durch-Deutschland-Tour. Der Liebe zum Verein kann man nun mal nur in den seltensten Fällen widerstehen. Selbst wenn es, wie auch hier, manchmal weh tut.

 

Halle und Support lohnen sich


An koordinierte Unterstützung unsererseits war zu dritt natürlich nicht zu denken. Dennoch wurde der Gästeblock der Rundsporthalle pünktlich zum Einlassbeginn okkupiert. Das Gebäude aus dem Jahr 1975 entsprach seinem Namen vollends und wirkte durch die vergleichsweise flache Bauausführung äußerlich wie ein riesiges Ufo. Der Innenraum wusste jedoch zu überzeugen. Längsseits fanden sich die Haupttribüne und der VIP-Bereich. Hinter den Körben jeweils kleine Tribünen, die als Gästeblock und als Block für die heimischen Anhänger des deFANs Bochum e. V. herhielten.


Selbige waren zu Spielbeginn mit Pi mal Daumen 25 Personen, Trommel, zwei Schwenkern und entsprechender Zaunfahne versammelt. Vor dem Spiel wurde zunächst Herbert Grönemeyers Bochum als „Hymne“ gespielt. Ohne dieses streitbare Kunstwerk wird vor Ort wahrscheinlich nicht mal ein Kick in der Kreisliga angepfiffen. Jedenfalls meldete sich der Anhang der SparkassenStars anschließend erstmals lautstark zu Wort und sollte über die vollen 40 Minuten Spielzeit in einer guten Mischung aus vorwiegend italienischem und englischem Support-Stil zu hören sein. Kompliment!


Die Sache mit der Haupttribüne


Was deFANs Bochum an Mitmachquote, Kreativität und Einsatz geradezu beispielhaft vorlebten, lies der Rest der Halle leider vollends vermissen. Die Zuschauer auf der Haupttribüne erinnerten doch sehr stark an ein Opernpublikum und zeigten nur selten irgendwelche Regungen. Selbst einfache Rhythmen des Stimmungskerns wurden nicht mitgeklatscht. Erst als der Hallensprecher in den letzten fünf Spielminuten zum Animator mutierte, zeigten sich ein paar Regungen. Zumeist lag man dann jedoch über Kreuz mit deFANs Bochum. Während diese einen Gesang abfeierten, klatschte die Haupttribüne beispielsweise unbeirrt einen Defense-Rhythmus. Somit kämpften praktisch zwei Chöre gegeneinander an.


Was wir mitnehmen können


Zwischenzeitlich wirkte der organisierte Support deshalb wie ein Fremdkörper im Bochumer Basketball. Dazu trug wahrscheinlich auch die räumliche Trennung zwischen Haupttribüne und Hinterkorbtribüne bei. Als warnendes Beispiel sollte das auch für uns eine Lehre in der weiteren Entwicklung sein. Natürlich braucht es einen stimmgewaltigen Nukleus, der die Marschrichtung für alle vorgibt. Aber nur im Zusammenspiel des Großteils der Zuschauer kann eine wirklich dichte Atmosphäre entstehen. Für unsere persönliche Zielsetzung war der Abstecher nach Bochum jedenfalls ein großer Zugewinn.

VfL SparkassenStars Bochum – Dresden Titans (77:70)
06. Spieltag, 2. Bundesliga ProB
Zuschauer: ca. 650
Gäste: ca. 10

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