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Stimmungstest beim Deutschen Meister

Bamberg – DER deutsche Basketballstandort schlechthin. Zumindest im Europapokal werden dem amtierenden Doublesieger regelmäßig seine Grenzen aufgezeigt. Ob zumindest die Fanbasis in ‚Freak City‘ supporttechnisch mithalten kann? Die Antwort auf diese Frage sollte ein spontaner Groundhoppingausflug ins Frankenland klären – mit überraschenden Beobachtungen.

6.150 Zuschauer strömten in die Brose Arena, um das vielversprechende Match der Bamberger gegen den sechsfachen Triple-Crown-Champion aus Israel zu unterstützen. Schätzungsweise 60 von ihnen waren erkennbare Maccabi-Anhänger. Von der Yellow Army war allerdings – erwartungsgemäß und verständlicherweise – nichts zu sehen. Die Gelben vor Ort saßen leider kreuz und quer verstreut in der Halle. Schade, insgeheim hatte ich doch auf einen Hauch südländischer Atmosphäre gehofft.

Zwei Herzen schlagen im Einklang

 

Für das Spektakel mussten nun also die Heimfans sorgen. Auf dem Weg ins Innere des selbsternannten #Basketballherz schnell noch das kostenlose (offizielle) Spieltagsheft am Fanstand von Faszination Basketball Bamberg abgegriffen. Eine freundliche Beratung oder auch nur einer Spur von Aufgeschlossenheit war nicht wahrnehmbar. Sei’s drum, ich war schließlich da, um atmosphärischen Basketballsupport zu inhalieren.

Besonders im Fokus der Aufmerksamkeit stand die Sektion Südblock Bamberg. Durch die eine oder andere schöne Choreo und allgemein ihre Mentalität ist ihr Ruf ihnen bis nach Dresden vorausgeeilt. Gemeinsam mit den alteingesessenen (Trommel-)Fanclubs positionierte sich die vergleichsweise junge Gruppe auf der Hinterkorbtribüne.

Die gefühlt in jeder zweiten deutschen Halle ausgetragene traditionelle Kontroverse zwischen Trommlern und Sängern haben sie in Bamberg augenscheinlich bemerkenswert gut gelöst. Und das obwohl die Oberfranken diese in der Vergangenheit auch öffentlich und konfliktorientiert ausgetragen hatten. An diesem Abend aber gab mal die eine mal die andere Fraktion innerhalb des Fanblocks den Takt an – wörtlich wie im übertragenen Sinne. Immer wieder stimmte die ‚Sektion‘ ihre Schlachtrufe an und die Trommler orientierten sich an ihrem Grundbeat. Auch direkte Absprachen waren erkennbar. Schön, wenn es so einvernehmlich geht.

Der Stimmungstod ist aus Pappe

 

Die insgesamt neun Trommeln innerhalb des Fanblocks haben mit Blick auf die Hallengröße durchaus ihre Berechtigung. Von den redlichen Stimmungsbemühungen kam unnötigerweise zu wenig im Rest der Arena an. Und dass obwohl ich bereits auf der dem Fanblock näheren Seite der Haupttribüne saß. Grund für diese Misere waren die unsäglichen Klatschpappen. Auf jedem Platz ausgelegt und von allzu vielen Zuschauern rege genutzt, zerstörten sie mit dem erzeugten Krach jeglichen Ansatz einer dichten organischen Atomsphäre. Hätten alle Klatschpappennutzer sich an die Kraft ihrer Hände erinnert, wäre es immer noch laut genug zugegangen. Zudem hätten so die aufopferungsvollen Bemühungen des Fanblocks um eine attraktive Stimmungsgestaltung eine Chance auf den verdienten Erfolg gehabt. Stattdessen gab es nur ohrenbetäubenden Lärm. Schade.

 

Fazit: Das Basketballherz schlägt woanders

 

Auf dem Spielfeld hielten die Hausherren zunächst sehr gut mit. In der zweiten Hälfte jedoch und insbesondere in den letzten zehn Spielminuten, drehte Tel Aviv dann aber auf und Bamberg ab. Stand es 6 Minuten vor Schluss noch 67:67 so beendeten die Franken die Partie schließlich mit 71:88 und einer deutlichen Niederlage.

Mein Fazit: Stadt, Arena und Fans sind auf jeden Fall eine Reise wert. Das Basketballherz schlägt gefühlsmäßig allerdings woanders.

 

Brose Bamberg – Maccabi Fox Tel Aviv (71:88)
1. Spieltag, Hauptrunde, Turkish Airlines Euroleague
Zuschauer: 6.150
Gäste: ca. 60

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